Etch: Der neue Page Builder, der WordPress neu denkt

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etch blog960 2026 06 25

Seit Jahren bauen wir Websites mit WordPress und einem Page Builder. Mal Elementor, heute meist Bricks. Das Muster ist immer gleich: Der Builder speichert dein Layout in seinem eigenen Format. Reißt du ihn raus, ist die Seite kaputt. Genau hier setzt Etch an, der neue Page Builder von Kevin Geary. Etch verspricht etwas, das es so noch nicht gab: einen visuellen Builder, der sauberen Code erzeugt und deine Inhalte trotzdem nicht als Geisel nimmt.

Wir haben uns Etch genau angesehen. Hier kommt unsere Einschätzung: Was der Etch Page Builder besser macht, wo er heute noch hakt und vor allem, wie er sich von den anderen Page Buildern unterscheidet.

Was ist Etch überhaupt?

Etch kommt von Digital Gravy, der Firma hinter Automatic CSS (ACSS) und Frames. Beides Werkzeuge, die viele professionelle WordPress-Bauer täglich nutzen. Im Januar 2026 ist Etch in Version 1.0 erschienen, nach einer Vorverkaufsphase, in der über 1.500 Entwickler gekauft haben, bevor sie das Produkt überhaupt gesehen hatten.

Der Anspruch von Etch ist größer als „noch ein Page Builder”. Etch will eine einheitliche Entwicklungsumgebung sein: Custom Post Types, eigene Felder, Templates, Komponenten und Medien an einem Ort, direkt in WordPress. Statt Anfänger mit Drag-and-drop bei der Hand zu nehmen, fragt Etch laut eigener Aussage: Wie machen wir Profis und angehende Profis schneller?

Was Etch anders macht

Sauberer Code statt Div-Wüste

Klassische Page Builder verstecken den Code hinter Klicks und produzieren oft aufgeblähtes HTML mit verschachtelten Wrappern. Etch geht den umgekehrten Weg. Du arbeitest class-first und CSS-first, das Ergebnis ist sauberes, semantisches HTML und CSS (Etch Review, Robby Builds). Wer Wert auf Performance und wartbaren Code legt, bekommt hier eine Basis, die näher am handgeschriebenen Code liegt als bei jedem Mainstream-Builder. Warum sauberer Code und Ladezeit kein Luxus sind, haben wir in Webservice der Zukunft beschrieben.

Deine Inhalte gehören dir (Data Liberation)

Das ist für uns das stärkste Argument. Etch schreibt alles, was du baust, in native Gutenberg-Blöcke und hält eine Zwei-Wege-Synchronisation zwischen Etch und dem WordPress-Editor (Etch-Doku, Block Authoring). Im Klartext: Schaltest du Etch ab, bleibt die Seite stehen. Deine Inhalte liegen als normale WordPress-Blöcke vor, jeder WordPress-Entwickler kann übernehmen (OutWP: Bricks vs EtchWP).

Das löst ein echtes Agentur-Problem. Bisher hieß die Übergabe an einen Kunden immer auch: „Du bist jetzt an diesen Builder gebunden.” Mit Etch fällt dieser Lock-in weg.

Die KI baut mit

Weil Etch echter Code ist, kann eine KI direkt am Layout mitarbeiten. Der AI Connector (noch experimentell) bringt eine Cursor-ähnliche Erfahrung in WordPress: Die KI versteht die Etch-Struktur und deinen Projektkontext und kann Komponenten mitschreiben. Bei einem Builder, der sein Layout in einem proprietären Format ablegt, ist so etwas kaum sinnvoll möglich. Genau das ist der Punkt, an dem Etch für eine KI-gestützte Arbeitsweise interessant wird.

Komponenten mit echter Logik

Etch bringt ein Komponentensystem mit, das mit Eigenschaften (Props) und Bedingungen arbeitet, nicht mit eingefrorenen Kopien. Eine Karte, ein Button, eine Sektion. Einmal gebaut, mit Varianten gesteuert, überall wiederverwendbar. Wer schon mit Komponenten in Code oder Figma denkt, fühlt sich hier zu Hause.

Etch im Vergleich: die Abgrenzung zu anderen Page Buildern

Das ist die eigentliche Frage. Ein neuer Builder muss erklären, warum er neben Elementor, Bricks und Gutenberg überhaupt existieren darf.

  • Gegen Elementor und Divi: Hier ist der Unterschied am deutlichsten. Diese Builder sind bekannt für aufgeblähtes Markup und einen festen Lock-in. Etch erzeugt schlanken Code und gibt die Inhalte als native Blöcke frei. Wer von Elementor kommt, spürt den größten Sprung.
  • Gegen Bricks: Das ist das spannende Duell, denn Bricks ist 2026 einer der saubersten und schnellsten Mainstream-Builder. Der Knackpunkt: Bricks speichert sein Layout in einem eigenen, serialisierten Format, Etch in nativen Gutenberg-Blöcken. Bricks ist dafür ausgereift, hat eine große Community und eine Lifetime-Lizenz. Etch ist neu und teurer.
  • Gegen reines Gutenberg: Etch ist kein Gegner von Gutenberg, sondern legt sich als professionelle Schicht darüber und füttert es mit sauberen Blöcken. Wie sich der WordPress-Core selbst weiterentwickelt, zeigt unser Blick auf die WordPress-Features.

Kurz gesagt: Bricks bleibt die ausgereifte, sichere Wahl mit großer Community. Etch setzt auf den architektonischen Vorteil — sauberer Code und Inhalte, die dir gehören.

Die ehrliche Seite: aktuelle Einschränkungen

Wir verkaufen dir keine Revolution, die noch im Werden ist. Diese Punkte solltest du kennen:

  • Etch ist jung. Version 1.0 ist erst seit Januar 2026 stabil. Belastbare Feld-Performancedaten über viele Live-Seiten fehlen schlicht, weil das Produkt zu neu ist. Viele „Etch ist schneller”-Aussagen sind architektonisch begründet, nicht gemessen.
  • Funktionen reifen noch. Der Loop Builder für dynamische Inhalte steckt noch in der Alpha-Phase (Brendan O’Connell zum Loop Builder).
  • Der Preis. Die Lifetime-Lizenz kostet deutlich mehr als bei etablierten Produkten wie Bricks.
  • Unruhe im Team. Nach dem 1.0-Start haben mehrere Kernleute Digital Gravy verlassen, darunter Tomi Harvánek, der Lead-Designer und Schöpfer von Frames. Kritische Fragen dazu wurden im Livestream gelöscht. Für ein so junges Produkt ist das ein Risiko, das man nüchtern einkalkulieren muss.

Das gute Gegengewicht zum Risiko: Die native Gutenberg-Speicherung ist ein eingebauter Notausgang. Sollte Etch eines Tages verschwinden, bleibt deine Seite als WordPress-Blöcke bestehen.

Für wen lohnt sich Etch heute schon?

Etch ist nichts für jeden und nicht für jedes Projekt. Interessant wird es, wenn mehrere dieser Punkte auf dich zutreffen: Du baust regelmäßig Websites, legst Wert auf sauberen Code, willst Kunden ohne Lock-in übergeben und denkst über eine KI-gestützte Arbeitsweise nach. Für die schnelle Vereinsseite ist ein bewährter Builder weiterhin die pragmatischere Wahl.

Unsere Einschätzung

Wir bauen aktuell auf WordPress mit Bricks und ACSS, und das bleibt für laufende Projekte so. Etch beobachten wir genau und testen den AI Connector in der Praxis, bevor wir ihn breit einsetzen. Der Grund ist nicht Markup oder Performance, da ist Bricks schon stark. Der Grund ist der Lock-in-freie Output und die Tatsache, dass eine KI hier echtes Layout schreiben kann. Das passt zu der Richtung, in die sich modernes Webdesign bewegt.

Unser Rat: Wenn du heute eine neue Website planst, ist Etch noch kein Pflichtprogramm, aber ein Name, den du kennen solltest. Die Architektur dahinter ist das, was viele Builder erst noch nachbauen müssen.

Du überlegst, ob WordPress mit modernem Page Builder für dein Projekt das Richtige ist? Sprich mit uns. Wir sagen dir ehrlich, welcher Weg für dich Sinn ergibt, statt das Werkzeug zu verkaufen, das gerade gehypt wird.


Quellen

Wir bauen moderne WordPress-Websites – auch mit neuen Buildern: Websites auf WordPress.

Sie haben bereits eine Seite mit Bricks, Etch oder einem anderen Builder und brauchen jemanden, der sie pflegt und weiterentwickelt? Wir übernehmen bestehende Websites: Website übernehmen – Wartung & Weiterentwicklung.